| Veranstaltung: | KLJB Münster Diözesanversammlung 2026 - 09.-10.05.2026 |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 3.1. Arbeitskreise |
| Antragsteller*in: | AK Jugendpolitik |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 05.05.2026, 18:21 |
B3: Bericht des Arbeitskreises Jugendpolitk zur Bearbeitung des Beschlussauftrags der Diözesanversammlug 2025
Bericht
Auf der Diözesanversammlung 2025 wurde der Arbeitskreis Jugendpolitik des
Diözesanverbandes Münster beauftragt, im Rahmen eines Arbeitsprozesses auf
Grundlage bereits beschlossener Anträge zu prüfen, inwiefern die überparteiliche
Haltung der KLJB im Bistum Münster e.V. gegeben ist und welche konkreten
Auswirkungen dies auf die Handlungen und politischen Positionierungen des
Verbandes hat. Die Ergebnisse dieses Arbeitsprozesses sollen auf auf der
Diözesanversammlung 2026 vorgestellt werden.
Darüber hinaus wurde der Arbeitskreis Jugendpolitik damit beauftragt, ein
Positionspapier zu parteipolitischen Haltungen in der Außenwirkung der KLJB-
Bundesebene zu erarbeiten und dieses auf dem Herbstbundesausschuss 2025
einzubringen In diesem Papier sollten mögliche Unvereinbarkeiten zwischen
politischen Haltungen und den Werten der KLJB im Bistum Münster e.V. aufgezeigt
sowie bestehende parteipolitische Bewertungen der Bundesebene kritisch überprüft
werden.
Um sich selbst ein Bild über sämtliche veröffentlichte Inhalte des
Bundesverbandes in sozialen Medien und auch anderen Stellen bilden zu können,
hat sich der Arbeitskreis sowohl vergangene Beschlüsse von der KLJB im Bistum
Münster e.V. sowie der Bundesebene angeschaut und diese mit bisherigen Social-
Media Beiträgen und dem Bundesvorstandsberichtshefts verglichen.
Im Rahmen dieses Prozesses wurde vor allem ein Transparenzdefizit festgestellt.
So war es nicht immer nachvollziehbar auf welchen konkreten Beschluss sich
einzelne politische Statementsposts beziehen. Zudem waren vergangene Beschlüsse
nicht ohne Weiteres sichtbar auffindbar. Dadurch kann für Mitglieder als auch
für Außenstehende erschwert sein, politische Aussagen eindeutig einzuordnen und
deren Bezug zu beschlossenen Positionen nachzuvollziehen.
Am 12. August 2025 legte der Arbeitskreis Jugendpolitik einen ersten
Antragsentwurf vor. Dieser forderte den Bundesverband auf, die eigene politische
Außenwirkung kritisch zu hinterfragen. Der Entwurf gliederte sich in drei
Kernbereiche: Überparteilichkeit als wertegebundene Haltung, Transparenz und
Nachvollziehbarkeit politischer Aussagen und Handlungen sowie eine strukturierte
Evaluation der Außenwirkung. Zudem enthielt er eine Ideensammlung mit konkreten
Vorschlägen, etwa zur transparenten Kommunikation von Gesprächen mit politischen
Parteien.
Am 12. September 2025 wurde eine überarbeitete Fassung fertiggestellt.
Die Ideensammlung wurde gestrichen, der Antragstext insgesamt kompakter und
formaler gefasst. Die drei Säulen – Überparteilichkeit, Transparenz und
Evaluation – blieben als inhaltliche Struktur bestehen.
Erreichung auf dem Herbstbundesausschuss (17.-
19. Oktober 2025)
Der Antrag wurde als Antrag 7.5 beim Herbst-Bundesausschuss 2025 eingereicht,
bei welchem Luca Kessling und Marlena Bittner für den Diözesanverband Münster
vor Ort waren. Am 17. Oktober 2025 legte der Bundesvorstand einen eigenen
Änderungsantrag vor. Dieser verschob den Schwerpunkt deutlich: Statt einer
kritischen Überprüfung der Außenwirkung betonte der Gegenvorschlag die Rolle der
KLJB als demokratiestärkender Jugendverband.
In einer Sprachnachricht vom 18. Oktober 2025 erläuterte der Bundesvorstand
seine
Position gegenüber dem Arbeitskreis Jugendpolitik. Dabei wurde anerkannt, dass
einzelne Anliegen – etwa die Verlinkung von Beschlüssen bei Social-Media-
Statements – unkompliziert umsetzbar seien. Gleichzeitig äußerte der
Bundesvorstand die Sorge, dass der Antrag in seiner ursprünglichen Form nach
außen ein Bild der Spaltung im Verband zeichnen könnte und dass eine umfassende
Evaluation mit den vorhandenen Ressourcen nicht leistbar wäre.
Einigung auf dem Herbstbundesausschuss (18.
Oktober 2025)
Im Antragscafé am Abend des 18. Oktober 2025 wurde in intensiven Verhandlungen
zwischen den Delegierten des Diözesanvorstandes Münster und dem Bundesvorstand
ein Kompromissantrag erarbeitet und dem Arbeitskreis Jugendpolitik vorgelegt.
Der endgültige Antrag trägt den Titel „Haltung zeigen, politische Arbeit stärken
– Die KLJB als politischer Jugendverband“ und vereint wesentliche Anliegen
beider Seiten:
- Aus dem Ursprungsantrag wurden die Forderungen nach Transparenz (u. a.
Verlinkung von Beschlüssen bei Social-Media-Posts), nach sorgfältiger
politischer Kommunikation und nach strukturierter Reflexion übernommen.
- Aus dem Gegenvorschlag flossen die demokratiestärkende Ausrichtung und ein
stärkerer Verweis auf die Werte der KLJB ein, wie die Abgrenzung gegenüber
menschenfeindlichen Strömungen.
Der Kompromissantrag wurde schließlich auf dem Herbstbundesausschuss von der
Versammlung beschlossen.
Der Diözesanverband Münster e.V. konnte mit dem Antrag wesentliche Impulse zur
Transparenz und Reflexion in der politischen Arbeit des Bundesverbandes setzen
und gleichzeitig die gemeinsame Haltung der KLJB als demokratischer
Jugendverband unterstreichen. Da der beschlossene Antrag in einzelnen Punkten
vom ursprünglichen Antrag abweicht, ordnet der Arbeitskreis das Ergebnis als
tragfähigen Kompromiss ein.
